sexuelle Übergriffe auf Jungen

Erkennen und Handeln

Nicht nur Männer und Frauen aus dem direkten Umfeld von Jungen wagen sexuelle Übergriffe auf Jungen...

Pädosexuelle Täter sind im Freizeit- und Aufenthaltsraum von Jungen unterwegs:

  • in Schwimmbädern
  • in Einkaufscentern
  • auf Straßen und Plätzen
  • im Internet (Chat, soziale Internetforen)
  • auf Spiel und Sportplätzen
  • in Freizeiteinrichtungen

 

Dabei haben pädosexuelle Täter nur ein Ziel:
sexuelle Kontakte zu Jungen.

Fast jeder 4. Junge wird in der Öffentlichkeit durch pädosexuelle Männer angesprochen, bei jedem 12. kommt es zu sexuellen Übergriffen mit oder ohne Körperkontakt.

Pädosexuelle Täter gehen dabei bewusst und geplant vor. Sie entsprechen nicht unbedingt dem Klischee des brutalen Vergewaltigers, sondern wirken oft nett und wie der „Mann von nebenan“ und sie versuchen, ihre sexuellen Übergriffe so lange wie möglich zu verschleiern.

 

Männer, die sexuelle Kontakte zu Jungen suchen

• halten sich gerne an Orten auf, an denen Jungen sich treffen und ihre Freizeit verbringen.

• versuchen, sich in das Vertrauen von Jungen einzuschleichen, indem sie vorgeben, sich für das zu interessieren, was Jungen Spaß macht. Oder sie bitten z.B. Jungen um Hilfe, weil sie etwas verloren haben.

• versuchen, Jungen zu bevorzugen. Sie sagen, wie toll ein Junge aussieht, oder wie gut er etwas macht, bieten ihm Geld oder Geschenke an.

• versuchen, nur um mit ihm alleine zu sein, einen Keil in die Beziehung zwischen einem Jungen und seiner Familie oder seinen Freunden zu treiben.

• versuchen, Jungen ein Geheimnis anzuvertrauen und zur Geheimhaltung zu verpflichten.

• üben schließlich sexuelle Gewalt aus (Grenzüberschreitung).

 

 

Die Kontaktversuche werden mit körperlichen Berührungen und Verlockungen wie Alkohol trinken, Pornos gucken, kiffen oder sexualisierter Sprache verbunden.

Nur Jungen, die diese Vorgehensweise erkennen, können sich dagegen wehren.

Oft hilft Lautsein und Schreien: NEIN oder STOP!

Im Notfall hilft Weglaufen.

Tipps und Tricks

• Schaffen Sie für Jungen eine offene und angstfreie Atmosphäre.

• Machen Sie nie Vorwürfe und vermeiden Sie das Wort "Opfer".

• Fragen Sie von sich aus, ob Jungen schon mal ein Erlebnis hatten, dass sie „nicht so richtig“ einordnen konnten.

• Reden Sie mit Jungen über die Strategien der Männer.

• Wenn Ihnen etwas „komisch“ vorkommt, gehen Sie ruhig hin und fragen den Jungen, ob alles OK ist. Nichts ist peinlicher für pädosexuelle Männer, als entdeckt zu werden.

• Keine Angst vor „Verleumdungsklagen“ oder Drohungen. „Richtige“ Freunde, Eltern oder Erziehungsberechtigte werden Ihre Nachfragen verstehen.

• Versuchen Sie nicht, mit allen Mitteln das Schweigen von Jungen zu brechen, oft wirken die Drohungen der Männer noch.

• Gehen Sie möglichst zu geschulten Polizeibeamten, wenn Sie eine Anzeige machen möchten (Infos bei uns).

 

Reden Sie mit Jungen darüber, dass diese Verhaltensweisen stark sind und keinesfalls schwach. Nehmen Sie unsere Broschüre für Jungen zu Hilfe, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen - oder andere Infomaterialien, die wir Ihnen empfehlen.

Vorwürfe helfen nur dem Täter.
Wenn ein Junge von den beschriebenen Täterstrategien oder von sexueller Gewalt betroffen ist, helfen Sie ihm am Besten, wenn Sie voll und ganz auf seiner Seite stehen. Auch wenn er zu einem Mann ins Auto gestiegen oder mit zu ihm nach Hause gegangen ist, er sexuell erregt war oder Geschenke angenommen hat.

Vergessen Sie nie:
Nicht der Junge ist Schuld oder muss sich schämen, sondern der, der ihm etwas angetan hat!

Pädosexuelle Täter legen ein raffiniertes Spinnennetz aus, in dem sich die Jungen verwickeln und das für Außenstehende fast unsichtbar ist. Sie arbeiten auch mit unterschwelligen oder offenen Drohungen, die so aussehen können:

  • Wenn du nicht dicht hältst, sag ich ich deinen Eltern oder Kumpels, dass du schwul bist.
  • Du hast ja Spaß dabei gehabt.
  • Du bist ja freiwillig mitgekommen.
  • Wenn das rauskommt, kommst du ins Heim!

… von wegen Zufall! Täter gehen gezielt und bewusst vor!

Pädosexuelle Täter achten auf die Körpersprache der Jungen (schlecht drauf sein, traurig sein, übermütig, ausgelassen), um Kontakt aufzunehmen. Oft ersetzen sie die fehlende männliche Bezugsperson. Das macht es für alle Beteiligten so schwer, auf diese Täterstrategien zu reagieren.

Pädosexuelle Täter, machen durch Vieles auf sich aufmerksam, das muss erst mal gar nichts mit Sex zu tun haben. Sie testen aber aus, wie weit sie gehen können und sind somit weitgehend berechenbar! Für sie ist das alles nur ein „geiles Spiel“, aus dem sie aussteigen können, wenn sich Widerstände auftun!

In Einzelfällen gehen Täter aber auch bewusst brutal vor. Dann ist ein Junge „zur falschen Zeit am falschen Ort“ und hat kaum Chancen zur Gegenwehr.

 

Aber nicht jeder Mann, der freundlich zu Jungen ist, hat ein sexuelles Interesse an ihnen!

Diese Infos sollen helfen

• mit diesem schwierigen Thema besser umzugehen
• die Unterschiede zwischen Freundlichkeit und Strategie zu erkennen

Denn eines ist klar: Sie als Eltern, Passanten, Erziehungsberechtigte, Mitarbeiter/innen von Jugendhilfeeinrichtungen, Angestellte von Einkaufscentern und Schwimmeinrichtungen sind potentielle Ansprechpartner und Helfer für Jungen, die sexuelle Übergriffe in der Öffentlichkeit erlebt haben.

Wir fordern Sie auf, hinzuschauen und zu handeln. Dabei ist es wichtig, immer auf der Seite der Jungen zu sein.

 

Warum reden Jungs nicht darüber?

Gibt es besonders gefährdete Jungen?

Was kann getan werden?

Lassen Sie sich durch "berliner jungs" beraten.

 

l